Ga naar de inhoud
Niederländische Kampfsportbehörde
Zurück zu den Nachrichten

Nachrichten

Unterwegs mit dem Auditteam

7 Min. Lesezeit

Die Qualität von Kampfsportveranstaltungen zu überwachen ist eine der Aufgaben der Vechtsportautoriteit. Deshalb sind jede Woche Auditoren unterwegs, um zu sehen, was gut läuft und was besser kann. „Ich habe mich schon gefragt, wann kommt ihr mal vorbei?“

Seit Anfang 2018 werden Veranstaltungen von Mitgliedern des Auditteams besucht. Das ist ein Pool von Kampfsportinteressierten, die häufig berufsbedingt Kenntnisse über Kontrollprozesse haben. Sie arbeiten unter der Woche als Rechtsanwalt, Wirtschaftsprüfer oder Ermittler bei einer Behörde und ziehen am Wochenende als Freiwillige durch die Hallen. Sie schauen, was während der Galas und Turniere gut läuft und was das nächste Mal besser gemacht werden kann.

Sie achten auf Aspekte wie die gesundheitliche Versorgung der Sportler, die Sicherheit der Besucher und die finanzielle Transparenz. „Nicht um Polizist zu spielen, sondern um gemeinsam die Qualität zu erhöhen“, sagt Marcel Scholtes. Er ist im Vorstand der VA für die Audits verantwortlich.

Im Hauptberuf ist Scholtes leitender Inspektor bei der Inspektion des Ministeriums für Justiz und Sicherheit (Inspectie van het ministerie van Justitie & Veiligheid). Er hat eine lange Laufbahn als Polizeibeamter hinter sich. Er könnte also durchaus „Polizist spielen“, möchte aber betonen, dass das Auditteam vor allem eine konstruktive Rolle hat. „Wir wollen die Kampfsportwelt organisatorisch auf ein höheres Niveau bringen, das ist unser Hauptziel.“

Herzlicher Empfang

Jährlich werden etwa dreißig Veranstaltungen von einem Auditorenpaar besucht. Von Groningen bis Heerlen, vom Gelredome bis zum Gym um die Ecke. Sie melden sich manchmal angekündigt, manchmal unangekündigt an der Tür, in einem Poloshirt mit dem Logo der VA und mit einem Ausweis. Alle Verbände und Promotoren haben zugesagt, dass die Auditoren freien Zugang zu allen Veranstaltungen und zu allen Räumen dort erhalten und dass sie vor Ort mit jedem sprechen können.

Mitte November findet ein unangekündigtes Audit in der Sporthalle Waardergolf in Heerhugowaard statt. „Ich habe mich schon gefragt, wann kommt ihr mal vorbei?“, sagt Ruud Alwart von Mejiro Gym Heerhugowaard halb im Scherz. Er organisiert die Veranstaltung „The Smash“ und empfängt die Auditoren Jeroen und Tom herzlich. Jeroen ist unter anderem arbeitsrechtlicher Berater in der Gewerkschaftsbewegung, Tom ist Kriminologe. Beide sind seit Jahren aktive Kickboxer.

Alles läuft rund

Alwart führt sie stolz durch die Halle. Auf einem Podest ist ein Ring aufgebaut, der in diesem Moment noch einmal vom Hauptschiedsrichter kontrolliert wird. Die Schiedsrichter und Punktrichter sind der WMTA angeschlossen, dem Vereinbarungspartner der VA, der die Schirmherrschaft über diese Veranstaltung übernimmt. Man könnte meinen, Alwart habe anderes im Kopf, als Auditoren zu empfangen. Er gibt jedoch an, dass alles rundläuft, und nimmt sich die Zeit, die Fragen zur Genehmigung, zum Kartenverkauf, zur Sicherheit und zu den Einrichtungen für Sportler und Offizielle zu beantworten.

Nach dieser Führung machen die Auditoren selbst eine Runde durch das Gebäude. Sie sprechen mit den unterschiedlichsten Menschen. Von Sportlern und Trainern bis zu Hostessen und Sicherheitsleuten, von den Freiwilligen von Mejiro bis zu Eltern junger Teilnehmer. Sie sprechen mit der Ringärztin über den Verlauf der Wiegevorgänge und über die Einrichtungen, die ihr zur Verfügung gestellt wurden. Danach sehen sie sich die Umkleideräume an und gehen das Matchmaking mit dem Vertreter der WMTA durch. Stehen keine Anfänger gegen Fortgeschrittene? Gibt es keine großen Gewichtsunterschiede? Wurde bei allen Teilnehmern geprüft, ob ihr Fightpassport in Ordnung ist?

Klare Absprachen

„Meistens kündigen wir einen Besuch vorher an“, erklärt Jeroen, einer der erfahreneren Auditoren. „Dann hat der Veranstalter Zeit, etwas Papierkram für uns bereitzulegen. Die erforderlichen Genehmigungen und den Finanzplan zum Beispiel. Wenn wir, wie jetzt, unangekündigt kommen, vereinbaren wir mit dem Veranstalter, dass er die Unterlagen einige Tage später per E-Mail vorlegt.“

Die Verbände, die mit der VA zusammenarbeiten, haben in einer Vereinbarung (convenant) klare Absprachen über die Anforderungen an eine Veranstaltung getroffen. Darin stehen unter anderem Anforderungen zur medizinischen Unterstützung, zu einem Sicherheitsplan, zu Einrichtungen für die Sportler und zu einem ausgewogenen Matchmaking. Die Auditoren stellen meistens einige Verbesserungspunkte fest, aber im Großen und Ganzen ist inzwischen allen klar, dass jeder Veranstaltung ein solides Fundament zugrunde liegen muss. Das ist mittlerweile auch der Fall.

Bei der Veranstaltung in Heerhugowaard zeigt sich am Ende des Tages, dass die Organisation in allen Bereichen in Ordnung ist. Als die Auditoren im Laufe des Nachmittags zufällig drei Vertreter der Gemeinde treffen, äußern sich auch diese sehr positiv über die Organisation. Außerdem bekommen die Auditoren einige schöne Kämpfe von Jungen und Mädchen sowie Frauen und Männern in verschiedenen Klassen zu sehen, häufig angefeuert von begeisterten Familienangehörigen und Freunden auf den gut gefüllten Tribünen.

Ins Abseits

Dass die Auditoren häufig einen positiven Bericht erstellen können, bedeutet allerdings nicht, dass es in der Kickboxwelt keine Missstände mehr gibt. Mit einer gewissen Regelmäßigkeit stellt die VA fest, dass kleinere Veranstaltungen von Menschen organisiert werden, die sich offenbar nicht um die Standards kümmern, die die VA durchsetzen will. „Leider erhalten wir manchmal noch E-Mails über Sportschulen, die eigene Events organisieren, bei denen dann zum Beispiel Kinder kämpfen, ohne dass ein Arzt anwesend ist“, sagt Farid Gamei, Leiter der Geschäftsstelle der Vechtsportautoriteit. „Oder sie nennen es eine Vereinsmeisterschaft oder einen Tag der offenen Tür und meinen, die vereinbarten Normen gelten dann nicht. Deshalb halten wir uns die Möglichkeit offen, auch nachträglich ein Audit durchzuführen. Stellen wir fest, dass Sportschulen über die Stränge schlagen, kommen sie auf die schwarze Liste. Dann haben sie wirklich ein Problem. Dann werden ihre Kämpfer und Trainer von der Teilnahme an Wettkämpfen ausgeschlossen und stehen wirklich eine Zeit lang im Abseits.“

Erfahrung

Mitte Dezember meldet sich Jeroen erneut unangekündigt in West-Friesland an der Tür einer Sporthalle. Dieses Mal in Schermerhorn, wo Enfusion Alkmaar stattfindet. Begleitet wird er von Barry Smit, der in der Geschäftsstelle der Vechtsportautoriteit arbeitet. Veranstalter Edwin van Os ist einer der erfahrensten Promotoren der Kickboxwelt. Das zeigt sich in der Professionalität der heutigen „Produktion“. Ein Fernsehbegriff, Produktion, denn Enfusion ist nicht nur eine Sportveranstaltung. Es ist auch eine Show, deren Hauptkämpfe live in mehreren Ländern übertragen werden.

Auch Van Os empfängt die Auditoren freundlich. Er führt sie herum und beantwortet alle Fragen. Im Bereich Sicherheit legt er strengere Normen an als üblich. Die Anzahl der Sicherheitskräfte ist deutlich höher als sonst. Zudem wurden Verkehrsregler eingesetzt, um die Belastung für die Umgebung möglichst gering zu halten. Auch sind zwei Ringärzte anwesend, wo einer üblich ist. „Das ist eine Folge der Fernsehproduktion“, erläutert Van Os. „Wenn ein Arzt nach einem Kampf länger mit einem Kämpfer beschäftigt ist, muss ein Kollege am Ring übernehmen können, damit wir keine Verzögerung bekommen.“

Gute Atmosphäre

In einer Programmpause sprechen Jeroen und Barry mit den anwesenden Ärzten und mit Joop Ubeda. Dieser gut gelaunte Veteran vertritt die NKF, die Organisation, die die Schirmherrschaft über die Veranstaltung übernimmt. Dieser Verband stellt unter anderem die Schiedsrichter, Punktrichter und Ringärzte. Die Auditoren gehen mit ihnen die Vorbereitung und den Verlauf des Abends durch. Sie stellen die üblichen Fragen unter anderem zum Matchmaking, zum Wiegen und zur Nutzung des Fightpassport-Systems. Der Schiedsrichterchef und die Mediziner äußern sich positiv über den Ablauf und haben keine Besonderheiten zu melden.

Das Matchmaking erweist sich an diesem Abend tatsächlich als ausgewogen. Die Kämpfe sind lebhaft und spannend. Der Abend in Schermerhorn verläuft gut und die Atmosphäre stimmt. Das ist aber auch den Anhängern einiger Kämpfer aus unter anderem Alkmaar und Haarlem zu verdanken, die sich begeistert hören lassen.

Verbesserungspunkte

Wenn die Auditoren doch Punkte finden, bei denen Verbesserungen möglich sind, nehmen sie diese in ihren Bericht auf. Die Abschlussberichte werden anschließend an den Promotor, den Verband, der die Schirmherrschaft übernimmt, und die Gemeinde zurückgemeldet. Alle Beteiligten können diesen Punkten bei künftigen Veranstaltungen dann besondere Aufmerksamkeit widmen.

Etwas für dich?

Das Auditteam besteht derzeit aus etwa 25 Personen und wird kontinuierlich erweitert. Dafür werden Menschen gesucht, die eine Affinität zum Sport haben, aber in dieser Welt völlig unabhängig arbeiten können. Sie sind zum Beispiel keine Trainer, keine Sportschulinhaber und nicht mit Verbänden oder Promotoren verbunden. Findest du es auch interessant, Mitglied zu werden, und verfügst du über Fachkenntnisse, die für diese Arbeit relevant sind? Dann nimm Kontakt mit der VA auf über info@vechtsportautoriteit.nl

Zurück zu den Nachrichten