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Verbot von Kopfkontakt für junge Kampfsportler angepasst

Das Verbot von Schlägen und Tritten zum Kopf in Jugendkämpfen im Kampfsport wird zum 1. Januar 2027 angepasst. Die stark verbesserte Organisation und die strenge Regulierung des Kampfsportsektors machen es möglich, 16- und 17-Jährigen unter bestimmten Bedingungen Kopfkontakt zu erlauben. Darauf haben sich der Nederlandse Vechtsportbond (NVB, niederländischer Kampfsportverband) und die Nederlandse Vechtsportautoriteit (VA, niederländische Kampfsportbehörde) nach sorgfältiger Beratung geeinigt.
Die Nederlandse Vechtsportautoriteit hat bei ihrer Gründung 2017 jeden Kopfkontakt in Jugendkämpfen bis 18 Jahre verboten. Dieser rigorose Eingriff war nötig, weil der Kampfsportsektor damals organisatorisch stark zersplittert und sehr schwach war. Das führte zu unverantwortlichen Situationen, in denen Kinder zu oft und zu hart am Kopf getroffen wurden. Das Verbot stieß anfangs auf Widerstand, doch die Akzeptanz wuchs schnell. Immer mehr Studien wiesen auf die Risiken hin, und auch im Kampfsport wuchs das Bewusstsein. Inzwischen ist in der gesamten Sportwelt ein Dialog über mögliche Hirnschäden durch Einwirkungen auf den Kopf entstanden, in dem der Kampfsportsektor eine aktive Rolle spielt.
In den vergangenen Jahren hat die VA die Regulierung und Organisation des Kampfsports in Ordnung gebracht. Mit dem NVB kam auch mehr Einheitlichkeit, etwa bei den Wettkampfregeln und der Ausbildung von Offiziellen. Diese strukturelle Verbesserung führte im Kampfsportsektor zu der Frage, ob die Zeit reif sei, das Verbot von Kopfkontakt anzupassen. Ein Anlass dafür war eine unerwünschte Nebenwirkung des Totalverbots: Junge Sportler kämpfen knapp hinter der Grenze mit Kopfkontakt, ohne Einschränkungen und außerhalb der Aufsicht der VA. Ein angepasstes Verbot kann die Versuchung zum Ausweichen beseitigen und junge Sportler wieder unter niederländische Aufsicht bringen.
Nach sorgfältiger Beratung, unter anderem auch mit den Ringärzten, kamen die VA und der NVB zu dem Schluss, dass Sportler von 16 und 17 Jahren zwischen Kämpfen mit oder ohne Kopfkontakt wählen dürfen. Kämpfe mit Kopfkontakt werden von speziell ausgebildeten Offiziellen begleitet. Sie brechen einen Kampf vorzeitig ab, wenn die Sicherheit es erfordert. Es werden Boxhandschuhe mit zusätzlicher Polsterung verwendet. Bei Turnieren mit mehreren Kämpfen an einem Tag ist Kopfkontakt nicht erlaubt, um die Belastung zu begrenzen. Wird ein Kampf mit Kopfkontakt gewählt, müssen Eltern oder Erziehungsberechtigte schriftlich zustimmen. Alle Details und Antworten auf häufig gestellte Fragen finden Sie demnächst auf www.nederlandsevechtsportbond.nl
Das Totalverbot passte zur damaligen Situation. Da sich Regulierung und Sicherheitsvorkehrungen stark verbessert haben, kann das Verbot nun unter strengen Bedingungen angepasst werden. Kämpfe nach den angepassten Regeln werden vom NVB und der VA ausdrücklich beobachtet und ausgewertet, in enger Zusammenarbeit mit den Ringärzten und spezialisierten Wissenschaftlern. Auch mit dem angepassten Verbot bleibt der Kampfsport Vorreiter bei der Begrenzung von Kopfeinwirkungen bei Sport treibenden Kindern. Der NVB und die VA bleiben zu diesem Thema im konstruktiven Gespräch mit dem Ministerium für Gesundheit, Gemeinwohl und Sport (VWS) und NOC*NSF (niederländischer Olympischer Sportbund) und teilen ihre Erfahrungen mit Sportverbänden, die ebenfalls Schutzmaßnahmen ergreifen wollen.