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Nederlandse Vechtsportautoriteit nimmt Arbeit auf, Vorstand benannt

Mit der Benennung des ersten Vorstands hat die Nederlandse Vechtsportautoriteit (VA, niederländische Kampfsportaufsicht) ihre Arbeit aufgenommen. Wichtigste Aufgabe der Behörde ist die bessere Regulierung der Kampfsportarten Kickboxen, Thaiboxen und Mixed Martial Arts (MMA).
Die VA setzt die Arbeit fort, die die Lenkungsgruppe Regulierung von Vollkontakt-Kampfsportarten (stuurgroep Regulering full contact vechtsporten) unter Leitung des Amsterdamer Bürgermeisters Eberhard van der Laan in den vergangenen Jahren geleistet hat. Die Behörde wird unter anderem Gemeinden mit Richtlinien zur Organisation von Kampfsportgalas beraten. Halten sich Veranstalter nicht an diese Richtlinien, kann eine Gemeinde entscheiden, keine Genehmigung zu erteilen. Die Vermeidung von Gesundheitsrisiken steht dabei im Vordergrund, zum Beispiel das Risiko, dem auch sehr junge Kampfsportler durch Schläge und Tritte gegen den Kopf ausgesetzt sind. Außerdem wird an einem einheitlichen Wettkampfbuch für Kampfsportler gearbeitet. Ein Lizenzsystem für Trainer, Veranstalter, Coaches und Schiedsrichter soll zu einem Qualitätsschub in der Branche führen.
Mit diesen Maßnahmen will die Vechtsportautoriteit die Probleme in der Branche angehen und den gesellschaftlichen Wert des Kampfsports erhöhen. Kampfsportler und Publikum verdienen eine sichere, gut regulierte und gut organisierte Branche, damit sie sich optimal entwickeln können.
Vorstand
Der Vorstand der Vechtsportautoriteit besteht zunächst aus fünf Mitgliedern: Herbert Dekkers (Manager bei einer regionalen Umwelt- und Genehmigungsbehörde, Omgevingsdienst), Peter Kwint (Mitglied der Zweiten Kammer des niederländischen Parlaments, Tweede Kamer, für die SP), Bas Pijnenburg (Arzt), Marcel Scholtes (Forscher beim Ministerium für Sicherheit und Justiz, ministerie van Veiligheid en Justitie) und Diederik van Omme (Rechtsanwalt). Dieser Vorstand wurde von einem Aufsichtsrat (Raad van Toezicht) benannt, dem der Bürgermeister von Enschede, Onno van Veldhuizen, und der Rechtsanwalt und Sportfunktionär Jan Loorbach angehören. Die Vechtsportautoriteit ist eine unabhängige Aufsichts- und Durchsetzungsorganisation. In der Praxis wird vor allem die Zusammenarbeit mit Gemeinden (sofern es um die Genehmigung von Veranstaltungen geht) und mit Kampfsportorganisationen gesucht. Die Vechtsportautoriteit wird vom Ministerium für Gesundheit, Gemeinwohl und Sport (ministerie van VWS) finanziert.
Unterstützung
Staatssekretär Martin van Rijn (Ministerium für Gesundheit, Gemeinwohl und Sport): „Dies ist nicht nur ein wichtiger Schritt für die bessere Regulierung und Professionalisierung des Kampfsports, sondern auch für die Zukunft dieses Sports. Alle, von jung bis alt, müssen Kampfsport auf eine sichere und verantwortungsvolle Weise ausüben können. Das Ministerium für Gesundheit, Gemeinwohl und Sport unterstützt die Vechtsportautoriteit daher nachdrücklich.“
Auch Erik Lenselink, Manager Sportentwicklung beim niederländischen Olympischen Komitee und Sportbund NOC*NSF, unterstützt diese Initiative: „Mit der Gründung der Vechtsportautoriteit ist ein wichtiger Schritt gesetzt, um den auch in den Niederlanden populären Vollkontakt-Kampfsport weiterzubringen. NOC*NSF unterstützt die neue Behörde daher nachdrücklich in ihrem Bestreben nach einem faireren und vor allem sicheren Vollkontakt-Kampfsport in den Niederlanden.“
Umgang mit Problemen
Die Gründung der Vechtsportautoriteit ist eine Antwort auf Missstände in der Branche. Vor fünf Jahren schlugen mehrere Bürgermeister in den Niederlanden Alarm, nachdem einige Kampfsportgalas aus dem Ruder gelaufen waren, in einem Einzelfall sogar mit tödlichem Ausgang. Bei manchen Kampfsportveranstaltungen zeigte sich eine Verflechtung von kriminellem Milieu und legalen Strukturen. Darüber hinaus finden immer noch Kickboxwettkämpfe zwischen Kindern ohne fachkundige Begleitung statt. Der Umgang mit Problemen in diesen harten Kampfsportarten erweist sich als schwierig, weil der Organisationsgrad nicht immer ausreichend ist.
Zersplitterung
In der Branche herrscht seit Jahren Uneinigkeit. Dem pädagogischen Konzept, der Qualität und der Sicherheit ist damit nicht gedient. Hier will die Behörde Verbesserungen erreichen, indem sie die Qualität des Sports in den Vordergrund stellt. Ziel ist eine noch sicherere und besser regulierte Kampfsportbranche, die dem Spitzenniveau gerecht wird, das die Niederlande seit Jahren im Ring und im Käfig bieten.