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Studie zum Einsatz von Kampfsport bei Trauma, sowohl zur Prävention als auch zur Behandlung

Ein Trauma ist eine tiefgreifende, körperliche Erfahrung mit Folgen für die geistige und körperliche Gesundheit der betroffenen Person. Forschende haben untersucht, welche Rolle Kampfsporttraining bei der Vorbeugung und Verarbeitung solch belastender Erfahrungen spielen kann. In ihrem Fazit empfehlen sie, den Einsatz von Kampfsport in den verschiedenen Bereichen stärker zusammenzuführen.
Kampfsporttraining, das Traumata der Sporttreibenden berücksichtigt oder darauf abgestimmt ist, kann den Ausübenden in verschiedenen Bereichen helfen. Es kann zur Stärkung des Selbstvertrauens beitragen. Es kann jemandem beibringen, Gefühle zu regulieren. Auch der soziale Umgang mit anderen Menschen kann über Kampfsport verbessert werden.
Die Forschenden Minke Marjanneke van de Kamp, Georgia Verry, Erik Jumelet-Boom und Tina Bellemans haben untersucht, was hierzu inzwischen aus bestehender Forschung bekannt ist. Dazu sammelten sie so viele Studien wie möglich, die dieses Thema berühren. Bemerkenswertes Detail: Drei der vier Autorinnen und Autoren betreiben selbst verschiedene Formen von Kampfkunst. Außerdem bündeln sie in diesem Artikel Erkenntnisse aus eigenen Untersuchungen, bei denen sie intensiv mit Trainerinnen, Trainern und anderen Fachleuten aus der Praxis zusammengearbeitet haben.
Das Wort Trauma hört man immer häufiger, und es wird nicht immer korrekt verwendet. Im Kontext dieser Studie bezeichnet Trauma eine psychische und körperliche Entgleisung infolge eines erschütternden, bedrohlichen oder überwältigenden Ereignisses. So heftig, dass es in diesem Moment nicht auf gesunde Weise verarbeitet werden konnte.
Aus der Studie geht hervor, dass bereits regulärer Kampfsportunterricht hilfreich sein kann, um Beschwerden nach einem Trauma zu verhindern oder zu verringern. Voraussetzung ist, dass die Trainerin oder der Trainer „traumasensibel“ arbeiten kann, also mit Aufmerksamkeit für Anzeichen eines Traumas. Trainerinnen und Trainer mit zusätzlicher Ausbildung können außerdem gezielte Kampfsportangebote für vulnerable Zielgruppen bereitstellen. Mit zusätzlichem, gezieltem Training können sie Menschen aus vulnerablen Gruppen widerstandsfähiger machen. Darüber hinaus können psychomotorische Therapeutinnen und Therapeuten (in den Niederlanden: psychomotorisch therapeuten, PMT'ers) mit Kampfkunst als Mittel Formen der Traumabehandlung anbieten.
Was die Forschenden „trauma-informierte Martial Arts“ nennen, ist kein Wundermittel, aber eine wertvolle Ergänzung. Nach der Auswertung der Studien kommen sie zu dem Schluss, dass die verschiedenen Anwendungen zwar verfügbar sind, es aber noch selten einen integrierten Ansatz gibt. Deshalb ist eine wichtige Passage im Fazit der Studie: „Der Aufbau lokaler Netzwerke aus zertifizierten Trainerinnen und Trainern sowie Therapeutinnen und Therapeuten könnte die Zusammenarbeit zwischen präventiven und klinischen Bereichen stärken und sichere, körperorientierte Wege zur Erholung fördern.“
Darin liegt eine Herausforderung sowohl für den Kampfsportsektor als auch für Therapeutinnen und Therapeuten, die die wertvolle Rolle von Martial Arts in dieser Versorgung stärken möchten. Ein gutes Beispiel für erste Schritte, die bereits gesetzt werden, ist die Plattform Warrior Code. Um sich als Kampfsportschule anschließen zu dürfen, gelten Qualitätsanforderungen, und nach dem Beitritt erhält man zusätzliche Online-Weiterbildung, zum Beispiel zum Thema psychische Gesundheit. Dieses Online-Angebot wurde in Zusammenarbeit des NIVM und des Wissensinstituts TRAP Kickboksen entwickelt, das von einem der Autoren des Artikels geführt wird.
Die Studie ist hier nachzulesen .
Die Forschenden:
Minke Marjanneke van de Kamp, Faculty of Behavioural and Movement Sciences, Vrije Universiteit Amsterdam, The Netherlands
Georgia Verry, Concious Combat Club, Melbourne, Australia
Erik Jumelet-Boom, Martial Arts & Health Institute (MAHI) & Kennisinstituut TRAP Kickboksen, Zwolle, The Netherlands
Tina Bellemans, Department Movement, Health, and Wellbeing, Windesheim University of Applied Sciences, Zwolle, The Netherlands