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Landesweiter Auditorentag: aus den Erfahrungen der anderen lernen

Rund 25 Auditoren besuchen im Namen der Nederlandse Vechtsportautoriteit (niederländische Kampfsportaufsicht) jährlich Dutzende Galas und Veranstaltungen. Sie prüfen dabei, was gut läuft und was besser werden kann, damit wir gemeinsam mit allen Verbänden und Promotern das Niveau der Veranstaltungen anheben können. In Hilversum kamen sie am Samstag zusammen, um Erfahrungen auszutauschen und nach vorn zu blicken.
Das Niveau der Kampfsportveranstaltungen in den Niederlanden war vor einigen Jahren sehr unterschiedlich. Von sehr gut organisiert und angenehm bis chaotisch und aggressiv. Um dies zu ändern und dafür zu sorgen, dass alle Veranstaltungen künftig ordentlich organisiert werden und in guter Atmosphäre verlaufen, hat der Sektor eine Reihe von Maßnahmen vereinbart. Um zu sehen, wie diese Vereinbarungen in der Praxis umgesetzt werden, hat die VA ein Team von Auditoren eingesetzt, das die Veranstaltungen besucht und systematisch überprüft.
Liebhaber
Die Vorstellungsrunde machte am Samstagnachmittag deutlich, wie unterschiedlich die Hintergründe der Auditoren sind: von Polizeibeamten und behördlichen Inspektoren bis hin zu Selbstverteidigungstrainern und Unternehmern. Aber sie haben ein Merkmal gemeinsam: Sie sind alle Liebhaber des Kampfsports. Freizeit-Kickboxer, Jiu-Jitsu-Trainer, frühere Betreiber von Kampfsportschulen und vor allem auch Fans, die gerne Veranstaltungen besuchen.
Erfahrungen
Beim Rückblick auf die Audits des vergangenen Jahres gaben die Auditoren an, dass der Empfang bei den Veranstaltungen gut war, meist sehr korrekt. Manchmal war ein Promoter oder ein Sicherheitsmitarbeiter an der Tür etwas zögerlich, aber meistens hatten sie damit gerechnet, dass wir irgendwann vorbeikommen würden, und Promoter und Verbände arbeiten gut mit. Promoter sind stolz darauf zu zeigen, dass bei ihnen alles in Ordnung ist. Auch Gemeinden reagieren positiv auf die Audits, sie erkennen deutlich den Mehrwert. Inhaltlich wurde die Kontrolle der finanziellen Transparenz als anspruchsvollster Teil empfunden. Häufig auch deshalb, weil jeder Promoter seine Buchhaltung anders gestaltet. Diese Rückmeldung wird bei der Weiterentwicklung der Auditformulare genutzt.
Verbesserungspunkte
Die Auditoren äußerten den Wunsch nach etwas mehr Kenntnissen über das Fightpassport (digitales Wettkampfpass-System), woraufhin Farid Gamei von der Geschäftsstelle der VA eine Einführung in das System gab. Es wurde angemerkt, dass Menschen bei Veranstaltungen sich manchmal anders zu verhalten scheinen, wenn die Auditoren erkennbar anwesend sind. Das ist ein bekanntes Phänomen: Menschen, die wissen, dass sie beobachtet werden, passen ihr Verhalten an. Deshalb werden künftig neben angekündigten und unangekündigten Audits auch Audits durch Mystery Guests stattfinden. Die Rückmeldung an die Verbände und Promoter könnte ausführlicher sein, damit diese optimal aus den Erfahrungen lernen können.
Neue Maßnahmen
Das neue Handbuch des Auditteams wurde erläutert, einschließlich der neuen Maßnahmen, die in diesem Jahr in die Vereinbarung 2020 (Convenant 2020) mit den Verbänden aufgenommen wurden. Dabei geht es um mehr Aufmerksamkeit für den Umgang mit grenzüberschreitendem Verhalten, um den Beschluss, Kinder nicht länger in Unterwäsche wiegen zu lassen, um die verpflichtende sportmedizinische Untersuchung für Wettkampfkämpfer über 40, um das Verbot des Kickboxens mit MMA-Handschuhen und darum, dass Jugendwettkämpfe nicht nach 19:00 Uhr stattfinden.
Gesunder Menschenverstand
Es wurden Fragen gestellt zum Maß an Verantwortung, das man als Auditor übernehmen muss, wenn man Missstände sieht. Muss man eingreifen oder nur beobachten? Auditoren erlebten einmal, dass eine Halle zu heiß und sauerstoffarm wurde, sodass Kämpfer schlecht atmen konnten. Es wurde beschlossen, den Promoter dazu anzuhalten, die Fluchttüren zu öffnen und dort Sicherheitspersonal zu postieren, um unbefugtes Eindringen zu verhindern. Marcel Scholtes, im Vorstand verantwortlich für die Auditteams, sagte, die Richtlinie lautet, den gesunden Menschenverstand zu benutzen. Wenn man Gefahr verhindern kann, tut man das, aber am besten, indem man die Organisation in die Verantwortung nimmt und nicht selbst den Verkehr regelt.
Glory
Auditor Jan Wirken schilderte die Erfahrungen, die er kürzlich beim Audit rund um Glory Collision II, Rico vs. Badr, gemacht hat, dem bislang umfangreichsten durchgeführten Audit. Die Zusammenarbeit mit der Organisation sei optimal gewesen, gab er an. Vorab wurde unseren Auditoren der Sicherheitsplan vorgestellt, an allen Personalbesprechungen durfte teilgenommen werden und die Buchhaltung wurde bis ins Detail offengelegt. Die Lernpunkte wurden im Nachhinein mit dem Veranstalter besprochen, sodass Aspekte, die besser sein könnten, beim nächsten Mal auch besser laufen werden.
Etwas für Sie?
Das Auditteam besteht derzeit aus etwa 25 Personen und wird kontinuierlich erweitert. Gesucht werden Menschen, die eine Affinität zum Sport haben, in dieser Welt aber völlig unabhängig arbeiten können. Sie sind zum Beispiel keine Trainer, keine Inhaber von Kampfsportschulen und nicht mit Verbänden oder Promotern verbunden. Finden Sie es interessant, Mitglied zu werden, und verfügen Sie über Fachwissen, das für diese Arbeit relevant ist? Besonders Frauen werden ermutigt, sich zu melden. Nehmen Sie dann Kontakt mit der VA auf über info@vechtsportautoriteit.nl