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Niederländische Kampfsportbehörde
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„Inklusion muss selbstverständlich sein“

3 Min. Lesezeit

Die sportartenübergreifende Kampagne Onze Club Is Voor Iedereen (Unser Verein ist für alle da) richtet die Aufmerksamkeit auf Diversität und Inklusion. Vielleicht etwas modische Begriffe, aber es geht einfach darum, dass alle willkommen sind. Der Kampfsport ist von alters her sehr vielfältig, auch was den Hintergrund der Sportlerinnen und Sportler betrifft. Dennoch gibt es noch Möglichkeiten, neue Gruppen über die Schwelle zu holen, zum Beispiel Kämpferinnen und Kämpfer mit einer körperlichen oder geistigen Behinderung. Wir stellen einige Sportschulen vor, die andere möglicherweise dazu inspirieren, ebenfalls ein breiteres Publikum anzusprechen. Dieses Mal: No Limits Gym in Nieuwerkerk aan den IJssel.

Als Antoine Schutte eine Sportschule eröffnete, wollte er einen Namen, der ausstrahlt, dass wirklich alle willkommen sind. „Menschen mit und ohne Behinderung, lesbisch, schwul, transgender oder bisexuell, Mann, Frau, Kind, unabhängig von Herkunft oder Hautfarbe“, betont die Website ausdrücklich. „Wichtig ist zu wissen, dass dies eine Sportschule ist, in der Respekt, Gleichwertigkeit, Geborgenheit, Sicherheit und Sportlichkeit die Seele der Sportschule bilden und man dies verkörpert, wenn man hier trainiert.“

Antoine widmete sich lange Zeit dem Wushu und schaffte es in den 1990er-Jahren in die niederländische Nationalmannschaft. Er entwickelte sich jedoch breiter und betrieb auch Boxen, Kickboxen und Jiu-Jitsu. Neben seiner beruflichen Laufbahn, er arbeitet in der IT im Gesundheitswesen, blieb Antoine im Sport aktiv.

„Ich habe Fußballer und Tennisspieler betreut und über die Idee nachgedacht, eine eigene Sportschule zu eröffnen. Aber nicht ‚einfach so‘ eine Sportschule mit anonymen Kunden, ich wollte jeden kennen. Und mir war schon vorher aufgefallen, dass es kaum Angebote für Menschen mit einer Behinderung gab. Dafür hatte ich durch eine Nichte mit Behinderung vielleicht etwas mehr Blick.“

„Ich habe in einer Turnhalle im Rahmen einer Leerstandsnutzung angefangen und bin 2016 an meinen heutigen Standort umgezogen. Es ist ein aus dem Ruder gelaufenes Hobby. Ich habe noch immer einen Job in der IT, ich möchte nicht von meinen Sportaktivitäten abhängig sein. Ich möchte nicht gezwungen sein, ‚ja‘ zur Versuchung zu sagen, Personal Training für reiche Menschen zu geben. Mir ist die Zugänglichkeit des Sports für Menschen mit einem geringeren Einkommen sehr wichtig. Deshalb arbeite ich über eine Stiftung, ohne Gewinnabsicht, und bleibe nebenbei berufstätig.“


Antoine Schutte in seinem Gym

„Es lief sofort, ich denke auch, weil es kaum Angebote für Menschen mit einer Behinderung gab. Aber vor allem für Menschen ohne Behinderung war es zunächst eine Umstellung. Die müssen lernen, mit jemandem umzugehen, der eine Behinderung hat. Es gibt nur wenige Menschen, die das von Hause aus mitbekommen. Man muss zum Beispiel nicht langsam mit jemandem im Rollstuhl sprechen. Aber das wächst, und dabei habe ich auch meine Rolle als Begleiter.“

„Wenn Inklusion bedeutet: für jede Gruppe eine eigene Klasse, dann bin ich raus. Ich möchte Menschen nicht nach Hautfarbe, Herkunft oder sexueller Orientierung sortieren, sondern so offen sein, dass jeder selbstverständlich willkommen ist und gemeinsam Sport treibt. Mit und ohne Behinderung so weit wie möglich gemischt.“

„Die Befriedigung, die ich selbst daraus ziehe, ist groß. Einer meiner Schüler hatte eine Querschnittlähmung, man dachte, er könne mit seinen Beinen nichts mehr machen. Aber beim Sport sah ich einen Fuß sich bewegen. Daraufhin wurde es noch einmal untersucht und es stellte sich heraus, dass es doch eine unvollständige und keine vollständige Querschnittlähmung war. Wir haben über das Kickboxtraining seine Bewegungsfähigkeit Stück für Stück entwickelt. Wir sehen Fortschritte und er bekommt immer mehr Kontrolle über den eigenen Körper. Das gibt enorme Befriedigung und motiviert mich natürlich auch dauerhaft.“

„Anderen Sportschulbetreibern, die ihre Tür etwas weiter für Menschen mit einer Behinderung oder mit Belastungen öffnen wollen, möchte ich einen Tipp mitgeben: bleibt bei dem, worin ihr gut seid. Ich habe zum Beispiel auch Jugendliche begleitet, die suizidal waren. Über den Sport kann ich ihnen helfen, sich besser zu fühlen, aber ich darf mich nicht auf den Stuhl des Psychologen setzen. Der Kern bleibt der Sport.“

Die Kampagne Onze club is voor iedereen bietet über NOC*NSF (niederländischer Sportdachverband) Unterstützung für Clubs, Vereine und Sportunternehmer, die Diversität und Inklusion aktiv umsetzen wollen. Dafür wurde eine Übersicht der Angebote entwickelt, unter anderem mit kostenlosen Workshops und Trainingsprogrammen.

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