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Künftig ein einheitliches Regelwerk für Mixed Martial Arts in den Niederlanden

Alle Kampfsportverbände und Promotions wenden bei Mixed-Martial-Arts-Wettkämpfen in den Niederlanden künftig dasselbe Regelwerk an. Unterschieden wird nur noch zwischen Amateuren und Profis. Die Nederlandse Vechtsportautoriteit (VA, niederländische Kampfsportaufsicht) hat die vereinheitlichten Regeln in das neue Convenant 2021 (Branchenvereinbarung 2021) aufgenommen. Damit endet die Situation, in der verschiedene Verbände unterschiedliche Regeln anwendeten.
Im Fußball gilt in der Champions League dieselbe Abseitsregel wie in der Jupiler League. Beim Tennis werden in jedem Match die Punkte auf dieselbe Weise gezählt. Das macht den Sport für alle verständlich und wiedererkennbar. In der jungen Sportart MMA wenden verschiedene Promotions und Verbände teils unterschiedliche Regeln an. Die niederländischen Kampfsportorganisationen hielten dies für unerwünscht. Sie haben die VA gebeten, für einheitliche Regelungen zu sorgen.
Die VA hat eine Expertengruppe MMA eingerichtet. Daran nahmen bekannte (ehemalige) Sportler, Trainer, Kampfrichter und Ringärzte teil. Diese Fachleute verfügen zusammen über mehr als 200 Jahre Erfahrung im und um den Käfig.
Die Expertengruppe wollte den Anschluss an internationale Normen und dass die Regeln für Amateure gut an die der Profis anschließen. Beschlossen wurde, die amerikanischen Unified Rules of MMA zu übernehmen, einem breiteren Publikum auch als „die UFC-Regeln“ bekannt. Diese wurden ins Niederländische übersetzt. In der Übersetzung wurden nur einige Details geändert. So ist die Rolle der State Athletic Commissions in den Niederlanden teils den Verbänden und teils der VA zugewiesen.
Für die Amateure ist dieses Regelwerk ebenfalls die Grundlage. Allerdings sind hier einige Techniken verboten, die auf Amateurniveau als zu risikoreich gelten. Beispiele sind der Angriff auf die Wirbelsäule („Twister“) oder der schräge Tritt („Oblique Kick“) auf das Knie.
Sowohl bei Profis als auch bei Amateuren besteht die Möglichkeit, für bestimmte Regeln eine Ausnahmegenehmigung zu beantragen. Dadurch wird es zum Beispiel möglich, internationale Amateurturniere auszurichten, bei denen mit mehr Schutzausrüstung gekämpft wird.
Convenant 2021
Die neuen MMA-Regeln sind im neuen Convenant 2021 aufgenommen, an das sich alle Kampfsportverbände und die Nederlandse Vechtsportautoriteit binden. Eine vereinfachte Fassung der Regelwerke finden Sie hier. Eine weitere wichtige Ergänzung des neuen Convenant ist die Pflicht, die kürzlich angekündigten Dopingkontrollen zu ermöglichen. Außerdem wird eine „Matchmaker-Lizenz“ eingeführt, um die Qualität des Matchmakings zu sichern. Das Convenant 2021 tritt zum 1. Januar in Kraft.