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Dopingbekämpfung: Warum ist sie wichtig?

Der Kampfsport setzt auf eine konsequente Bekämpfung von Doping. Aber warum eigentlich? „Betrug im Kampfsport ist doppelt gefährlich“, sagt VA-Vorstandsmitglied und internationaler Ringarzt Bas Pijnenburg. „Man riskiert die eigene Gesundheit, wenn man verbotene Mittel verwendet, aber es kann auch die Gesundheit des Gegners ernsthaft schädigen, wenn man plötzlich deutlich härter zuschlagen kann.“ Deshalb liegt es im Interesse aller, diese Form des Betrugs zu bekämpfen.
Alle, die in den Niederlanden an Wettkämpfen teilnehmen, können ab jetzt kontrolliert werden. Also nicht nur Spitzensportler in Ahoy und im Gelredome, sondern auch Teilnehmende an Clubmeisterschaften im Dorfgemeinschaftshaus. Auf Dauer werden auch Out-of-Competition-Kontrollen stattfinden, also Kontrollen außerhalb der Wettkämpfe. Für alle gelten dieselben Regeln. Deshalb ist es auch wichtig, dass jeder weiß, was Doping ist und wie Kontrollen ablaufen.
Aufklärung
Jede Kampfsportschule und alle, die in den Niederlanden als Wettkampfkämpfer registriert sind, haben eine E-Mail erhalten. Darin wird erläutert, dass ab jetzt jeder kontrolliert werden kann. Zusätzlich haben die Sportschulen die Informationen per Brief erhalten. Jeder muss verstehen, was Doping ist und wie Dopingkontrollen funktionieren. Die niederländische Anti-Doping-Behörde (Dopingautoriteit) hat deshalb einen Online-Kurs entwickelt. Sportler, Trainer, Eltern von Sportlern, Offizielle: für jede Gruppe gibt es einen passenden Kurs. Die Teilnahme ist kostenlos und nach Abschluss erhält man ein Zertifikat der Dopingautoriteit. Hunderte Wettkampfkämpfer und andere Beteiligte haben diesen Online-Kurs inzwischen erfolgreich absolviert. Im Jahr 2021 wurden landesweit außerdem mehrere Präsenzveranstaltungen zur Aufklärung organisiert, bei denen sich Sportler, Betreuer und Funktionsträger von Verbänden informieren konnten.
Warum ist das wichtig?
Nahezu alle im Sport halten die Bekämpfung von Doping für eine gute Sache. Manchmal fragt aber noch jemand: „Warum ist das eigentlich wichtig? Jeder muss doch selbst entscheiden, was er mit seinem Körper macht?“ VA-Vorstandsmitglied und internationaler Ringarzt Bas Pijnenburg erklärt: „Ja, man riskiert die eigene Gesundheit, wenn man verbotene Mittel verwendet. Aber wenn man dank verbotener Mittel plötzlich deutlich härter zuschlagen kann, kann das auch die Gesundheit des Gegners ernsthaft schädigen. Darin unterscheiden wir uns wirklich von zum Beispiel Hochsprung oder Badminton. Doping im Kampfsport ist doppelt gefährlich.“ Es ist auch nicht auszuschließen, dass jemand, der Doping verwendet und in einem Wettkampf eine andere Person schwer verletzt, strafrechtlich verfolgt und für die finanziellen Folgen haftbar gemacht werden kann. Das gilt möglicherweise auch für die Personen oder Organisationen, die solche Praktiken zulassen.
Vorbildfunktion
Neben dem Gesundheitsaspekt gibt es auch eine moralische Erwägung. Wer Doping verwendet, nimmt seinem Gegner einen faires Wettkampf. Es ist also Betrug und unsportlich. Wenn man das nicht ernst nimmt, gibt man der Jugend ein falsches Beispiel. Gerade ihr wollen wir aus dem Kampfsport heraus auch Normen und Werte mitgeben.

Das Interesse des Sports
Eine konsequente Bekämpfung von Doping ist auch für die Entwicklung des Kampfsports wichtig. Nachdem Kampfsportarten lange Zeit in der Schmuddelecke standen, geht es nun schon eine Weile in die richtige Richtung. Immer mehr Menschen aus allen Bevölkerungsschichten betreiben mit Freude Kickboxen, Thaiboxen oder MMA. Noch viel mehr Menschen sehen regelmäßig Kämpfe im Fernsehen. VA-Vorsitzender Herbert Dekkers: „Die gesellschaftliche Akzeptanz ist viel größer als früher, wodurch die Sportarten für große Sender und Sponsoren attraktiver werden. Die meisten Behörden haben ihr Misstrauen inzwischen aufgegeben, und auch eine Organisation wie NOC*NSF (niederländischer Nationaler Olympischer Sportbund) steht dem Kampfsport immer positiver gegenüber. Wenn der Kampfsport aber wirklich vollständig in die niederländische Sportfamilie aufgenommen werden will, muss er auch zeigen, dass Doping konsequent bekämpft wird.“
Sanktionen
Wenn jemand die Regeln übertritt, muss das selbstverständlich Folgen haben. Die Maßnahmen, die dann folgen, heißen „Sanktionen“. Sie werden von einer unabhängigen Organisation verhängt, dem ISR (Institut für Sportrechtsprechung). Die Sanktionen basieren auf dem World Anti-Doping Code der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA. Diese Sanktionen gelten für alle Sportarten weltweit. Sie reichen von einer Verwarnung bei der leichtesten Übertretung bis zu einer maximalen Strafe von vier Jahren für jemanden, der mehrfach vorsätzlich sehr schwere Übertretungen begangen hat. Es wird jedoch immer auf den Einzelfall abgestimmt, passend zu den Umständen. So wird geprüft, wie schwer die Übertretung ist, welche Substanzen gefunden wurden, ob es das erste Mal war und so weiter. Selbstverständlich hat jede Person, gegen die ein Verdacht entstanden ist, immer die Möglichkeit, sich zu verteidigen.
Zusammenarbeit
Die VA ist über die Zusammenarbeit mit der Dopingautoriteit erfreut. Diese Organisation arbeitet im Interesse eines gesunden und ehrlichen Sports. Der Vorsitzende der Dopingautoriteit, Vincent Egbers, betont, dass eine gute Zusammenarbeit mit der VA wichtig ist. „Sport bietet Jung und Alt so viel Schönes, das ist so wertvoll, das dürfen wir nicht durch Doping verderben lassen. Jeder hat ein Recht auf einen faires Wettkampf, sowohl der Sportler als auch der Fan. Wir freuen uns, dass die Kampfsportwelt diesen wichtigen Schritt in ihrer Entwicklung gemacht hat. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit der VA, den Verbänden und den Promotern, im Dienste der Sportler, für die wir uns letztlich alle einsetzen.“