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Niederländische Kampfsportbehörde
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„Doping vergiftet den Kampfsport, ein Kulturwandel ist unvermeidlich“

2 Min. Lesezeit

Die Nederlandse Vechtsportautoriteit (VA, niederländische Aufsichtsbehörde für den Kampfsport) sieht in der soeben veröffentlichten Dopingstudie des Mulier Instituut die Bestätigung, dass der Kampfsport wesentlich mehr gegen den Dopinggebrauch unternehmen muss. „Wenn man als Kampfsport glaubwürdig sein und eine Zukunft haben will, reicht es nicht, Dopingkontrollen bei Wettkämpfen durchzuführen“, sagt VA-Vorsitzender Herbert Dekkers. „Es muss ein Umdenken stattfinden bei Menschen, die Doping bislang nicht als Problem betrachten. Ein Kulturwandel ist unvermeidlich, wenn der Kampfsport eine Zukunft haben will.“

Die soeben veröffentlichte Studie zeigt, dass unter Kampfsport- und Fitnesstreibenden ein erheblicher Teil Doping verwendet. „Der Gebrauch von Mitteln wie anabolen Steroiden scheint von einem zu großen Teil der Kampfsportler akzeptiert zu werden“, so Dekkers. „Die Haltung vieler Menschen gegenüber Doping ist viel zu nachlässig, das zeigt die Studie. Die Gesundheitsrisiken sind groß, wenn man Arzneimittel missbraucht, die überhaupt nicht für gesunde Sportler bestimmt sind. Es werden auch viele illegal beschaffte Mittel verwendet, bei denen niemand weiß, in welchen zwielichtigen Labors sie hergestellt wurden. Die Betroffenen haben keine Ahnung, welche Substanzen sie tatsächlich in ihren Körper aufnehmen und welche Auswirkungen das auf ihre Gesundheit hat. Oft ist es russisches Roulette.“

„Viele Menschen scheinen zudem zu denken, dass jeder selbst entscheiden soll, was er oder sie tut. Doping im Kampfsport kann jedoch auch für andere schwerwiegende Folgen haben. Wer als Radrennfahrer dopt, betrügt. Wer als Kickboxer dopt, betrügt nicht nur, sondern kann mit zusätzlicher Kraft jemanden schwer verletzen oder Schlimmeres anrichten. Das ist völlig unverantwortlich.“

Die VA hält das Signal des Berichts für deutlich, hat jedoch kritische Fragen zur Befragungsgruppe, die Zweifel an der Zuverlässigkeit der Studie aufkommen lassen. So ist das Durchschnittsalter der Befragten mit 37 Jahren recht hoch und nicht repräsentativ für den Kampfsport. Außerdem scheinen einheimische Sportler in der Untersuchungsgruppe stark überrepräsentiert zu sein, während die Branche eine große Diversität aufweist. Die VA wird daher mit dem Mulier Instituut in Gespräch treten, um zu prüfen, ob sich mit einer repräsentativeren Befragungsgruppe ein genaueres Bild ergeben kann.

Die VA sieht im Bericht in jedem Fall die Bestätigung, dass eine strukturelle Dopingbekämpfung im Kampfsport notwendig ist. Dazu schloss die Aufsichtsbehörde vor zwei Jahren einen Vertrag mit der Dopingautoriteit (niederländische Anti-Doping-Behörde), die seit dem vergangenen Jahr Kontrollen im Umfeld von Wettkämpfen durchführt. Dabei will die VA es jedoch nicht belassen. Da nur Wettkampfsportler auf Doping kontrolliert werden und der Gebrauch auch unter Freizeitsportlern ein problematisches Ausmaß hat, will die VA gemeinsam mit dem Branchenverband NL Actief, der den Fitnesssektor vertritt, eine Informationskampagne für Freizeitsportler in Sportschulen aufsetzen. Dieses Vorhaben entspricht den Empfehlungen der Forscher. „Der festgestellten Normalisierung muss ein Ende gesetzt werden. Doping vergiftet den Kampfsport. Wenn man das einfach geschehen lässt, verspielt man als Sport seine Zukunft.“

Siehe auch:

Alles über Doping erfahren, mit der Dopingautoriteit

Dopingkontrollen im Kampfsport in vollem Gange

Dopingbekämpfung: warum ist das wichtig?

Support Schone Sport (Initiative für sauberen Sport): das Recht auf einen faires Wettkampf

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