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Ein unvernünftiger „Weight Cut“ ist ebenso gefährlich wie unnötig

Abnehmen im Vorfeld eines Wettkampfs ist in Sportarten mit Gewichtsklassen eine gängige Praxis. Manche Sportler greifen zu extremen Methoden, um auf das erforderliche Gewicht zu kommen. Erzwungener Gewichtsverlust kann sehr gefährlich sein und zu schweren gesundheitlichen Komplikationen bis hin zum Tod führen. Dabei lässt sich Gewicht auch auf vernünftige Weise reduzieren, wenn man die richtigen Richtlinien befolgt.
Verschiedene aufsehenerregende Fälle verdeutlichen die Risiken extremen Abnehmens. 2013 starb der brasilianische MMA-Kämpfer Leandro Souza, als er versuchte, für seinen Kampf auf Gewicht zu kommen. Souza brach während des Abnehmens zusammen und wurde umgehend in ein Krankenhaus gebracht, wo er für tot erklärt wurde. 2015 starb der schottische MMA-Kämpfer Jordan Coe während des Abnehmens für einen Kampf in Thailand. Coes Tod wurde auf schwere Dehydrierung und einen Hitzschlag infolge übermäßigen Gewichtsverlusts zurückgeführt.

1997 starben drei amerikanische Ringer infolge extremen Abnehmens. Der Tod von Billy Jack Saylor, Jeff Reese und Joseph LaRosa löste in den USA eine landesweite Debatte über diese Praxis aus. Der Ringverband NCAA und verschiedene nationale Sportkommissionen erließen daraufhin Regeln, um die Menge an Gewicht zu begrenzen, die Ringer innerhalb einer Woche verlieren dürfen.
Risiken
Gewichtsabnahme mithilfe drastischer Maßnahmen wie Fasten und Saunagängen kann zu schwerer Dehydrierung, Elektrolytmangel und Hitzeerschöpfung führen. Sportler können außerdem Organversagen und Krampfanfälle erleiden und in extremen Fällen sogar sterben. Neben den unmittelbaren Risiken der Gewichtsreduktion kann diese Praxis auch langfristige Folgen für die Gesundheit haben. Sportler, die extremen Gewichtsverlust betreiben, können unter chronischer Dehydrierung leiden, was zu Nierenschäden und anderen Gesundheitsproblemen führen kann. Sie haben zudem ein erhöhtes Risiko, Essstörungen wie Anorexie und Bulimie zu entwickeln.
Warum trotzdem?
Trotz der bekannten Gefahren eines laienhaften Weight Cut gehen viele Kampfsportler weiterhin unnötige Risiken ein. Der Druck, ein bestimmtes Gewicht zu erreichen und zu gewinnen, kann überwältigend sein. Manche Sportler haben das Gefühl, keine andere Wahl zu haben. In bestimmten Kreisen herrscht außerdem die Vorstellung, ein extremer Weight Cut gehöre einfach dazu, als sei er eine Form von Professionalität. Tatsächlich ist es gerade unprofessionell, unnötige Risiken einzugehen, wobei man zudem Gefahr läuft, seine Bestform zu verlieren.
Verantwortung
Trainer und Sportorganisationen tragen die Verantwortung, Sportler vor Schaden zu bewahren. Sie müssen extremes Abnehmen unterbinden. Besonders wenn es um minderjährige Sportler geht, tragen sie eine große Verantwortung.
Individuelle Lösungen
Es können verschiedene Maßnahmen getroffen werden, um die Risiken der Gewichtsreduktion zu begrenzen. Wettkampfsportler sind gut beraten, gemeinsam mit ihren Trainern und Ernährungsfachkräften sichere und gesunde Abnehmpläne zu entwickeln. Jeder Sportler benötigt nämlich eine individuelle Lösung, denn jeder Körper funktioniert anders. Junge Sportler unterscheiden sich von älteren Sportlern, Männer und Frauen haben unterschiedliche Bedürfnisse, schlanke Sportler reagieren auf bestimmte Ernährungsentscheidungen völlig anders als schwerere Sportler. Suchen Sie deshalb nach einem vernünftigen, auf die Person abgestimmten Vorgehen.

Auf dieser Seite finden Sie weitere Informationen über die Risiken sowie Richtlinien für ein vernünftiges Vorgehen. Diese wurden unter anderem von den olympischen Organisationen IOC und NOC*NSF (niederländisches Olympisches Komitee und Sportbund) erstellt. Informieren Sie sich und suchen Sie das Gespräch, als Sportler, als Trainer oder als Elternteil eines jungen Sportlers, denn jeder hat hier eine Rolle.