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Niederländische Kampfsportbehörde
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Wissenschaftliche Erkenntnisse zu Kopftreffern bei Kindern und Jugendlichen im Sport zusammengetragen

2 Min. Lesezeit

Schläge und Tritte gegen den Kopf sind bei Jugendwettkämpfen im Kampfsport seit der Einrichtung der Nederlandse Vechtsportautoriteit (niederländische Kampfsportaufsicht) verboten. Diese Aufsichtsbehörde bat Forscherinnen, das verfügbare Wissen über die Folgen von Einwirkungen auf den Kopf in einem wissenschaftlichen Bericht zusammenzutragen.

Zehntausende Kinder in den Niederlanden betreiben Kampf- und Selbstverteidigungssport. Von den Wettkampfsportlern im Kickboxen ist die Mehrheit minderjährig. Sport kann zu einer gesunden Entwicklung von Körper, Gehirn und Verhalten beitragen. Es gibt jedoch auch Studien, die Schattenseiten beleuchten. Was passiert, wenn ein Kind einen schweren Fußball köpft? Welche Wirkung hat es, wenn Kinder zusammenstoßen?

Die Nederlandse Vechtsportautoriteit (VA) ist Aufsichtsbehörde für Kickboxen, Thaiboxen und MMA in den Niederlanden. Die Medizinische Kommission der VA empfahl 2017: Sorgen Sie dafür, dass Kinder nicht mehr gegen den Kopf getreten oder geschlagen werden. Seitdem gilt hierfür im Wettkampf ein Verbot. Bei der VA gehen regelmäßig Fragen zur Begründung ein. Dr. Lot Verburgh hat auf Bitten der VA die wissenschaftliche Literatur hierzu zusammengetragen. Gemeinsam mit der Neuropsychologin Keri Mans schrieb sie den Bericht Full-Contact-Kampfsport und die Auswirkungen auf das Gehirn von Kindern und Jugendlichen (Full-contact vechtsporten en de effecten op de hersenen van kinderen en jongeren).

Das Thema wird aus der Perspektive der Medizin, der Sportwissenschaft und der Neuropsychologie beleuchtet. Die Schlussfolgerung ist eindeutig. Es gibt genügend wissenschaftliche Belege dafür, dass wiederholte Einwirkungen auf den Kopf zu vorübergehenden und dauerhaften Schäden am Gehirn führen können, etwa zu Gedächtnisproblemen und einer verringerten Reaktionsgeschwindigkeit.

Beim Sport von Kindern und Jugendlichen muss zwischen den positiven und negativen Auswirkungen abgewogen werden. Bei ihnen befindet sich das Gehirn noch in voller Entwicklung. Besondere Vorsicht ist geboten, um das Wachstum nicht zu stören. Die Maßnahme, im Wettkampf bis zum Alter von 18 Jahren keine Tritte und/oder Schläge zum Kopf zuzulassen, wird laut Verburgh und Mans durch die wissenschaftliche Literatur gestützt.

Der Bericht wurde unter politischen Entscheidungsträgern und Sportverbänden verbreitet, die ebenfalls mit Einwirkungen auf den Kopf bei Kindern und Jugendlichen zu tun haben, sodass auch sie von diesem Wissen profitieren können.

Der Bericht: Full-contact vechtsporten en de effecten op de hersenen van kinderen en jongeren

Eine kurze Zusammenfassung finden Sie hier.

Dr. Lot Verburgh promovierte an der Vrije Universiteit Amsterdam und ist auf den Zusammenhang zwischen Sport und dem Gehirn von Kindern und Jugendlichen spezialisiert. Sie arbeitete als Forscherin und Beraterin im Bereich Hirnverletzungen unter anderem bei Ajax und beim niederländischen Fußballverband (KNVB). Derzeit ist sie im Gesundheitswesen beim Beratungsbüro Turner tätig.

Keri Mans (M.Sc.) hat ihr Studium der kognitiven Neuropsychologie an der Vrije Universiteit Amsterdam abgeschlossen und arbeitet derzeit als Forscherin für das Imperial College London sowie als Psychologin.

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