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Niederländische Kampfsportbehörde
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´Das Gespräch über die Zukunft des Kampfsports lebt im Sektor’

3 Min. Lesezeit

Julian Huijsse kam als Praktikant aus dem Studium Sportmanagement & Sportpolitik an der Universität Utrecht zur VA. Er blieb jedoch hängen und arbeitet nun in Teilzeit als Projektkoordinator für das Büro. Vor Kurzem hat er seine Untersuchung abgeschlossen. Er betrachtete die Legitimität der heutigen Organisationsform des Vollkontakt-Kampfsports und die möglichen Organisationsformen in der nächsten Phase. ‘Es sind sehr spannende Zeiten für den Kampfsport, und es ist ein Vorrecht, mitten in den aktuellen Entwicklungen zu stehen.’

Was ist der Kern deiner Forschungsfrage?

‘Wie viel Rückhalt gibt es für die Art und Weise, wie der Vollkontakt-Kampfsport heute organisiert ist, und welche Form kann er in Zukunft annehmen? Die meisten Sportarten in den Niederlanden haben eine klassische Struktur: Ein Sportler ist Mitglied eines Vereins, der Verein ist Mitglied eines Verbands, der die Wettkämpfe organisiert, und der Verband ist Mitglied des Sportdachverbands NOC*NSF. Im Kampfsport funktioniert das ganz anders. Ein Sportler trainiert in einem Gym, ein Gym meldet sich bei einem Promoter an, der Wettkämpfe organisiert, und der Promoter engagiert einen der neun Kampfsportverbände, um die Offiziellen und die Verwaltung zu stellen. Dieses Modell ähnelt eher dem kommerziellen amerikanischen Boxen als dem niederländischen Breitensport.’

Dazu kam die VA als unabhängige Aufsichtsbehörde. Wie wird das gesehen?

‘Nahezu niemand bestreitet, dass es unvermeidlich war, denn die Sportarten waren in eine Krise geraten. Für die meisten Maßnahmen, etwa die Einführung des Fightpassports und die Anforderungen an Promoter für Veranstaltungen, gibt es viel Rückhalt. Gerade nach einem Vorfall wie in Belgien hört man viele Menschen sagen, dass wir so etwas dank der VA in den Niederlanden nicht so schnell wiedersehen. Es gibt natürlich immer Dinge, die besser können, genau wie bei jeder anderen Organisation, aber derzeit spielt die Diskussion über die Rolle der VA in der Zukunft und die Frage, ob es einen einzigen Verband geben soll, die prominenteste Rolle.

Welche Richtungen gibt es in dieser Diskussion?

‘Ein Teil, darunter auch der Vorstand der VA, plädiert für eine starke Kampfsportorganisation, die sich dem NOC*NSF anschließt. Dann können viele Aufgaben, die jetzt bei der VA liegen, etwa Mitgliederverwaltung, Disziplinarrecht und der Umgang mit grenzüberschreitendem Verhalten, von diesem Verband übernommen werden. Und vor allem auch Dinge, die derzeit liegen bleiben, wie die Unterstützung von Spitzensportlern, ein Jugendplan, Behindertensport und die Organisation ernsthafter niederländischer Meisterschaften. Die können dann endlich angepackt werden. Aber einige Beteiligte sagen: Lasst den Sektor, wie er jetzt ist, mit verschiedenen Verbänden nebeneinander, jeder mit eigenem Stil und eigener Herangehensweise. Und behaltet die VA daneben für die übergreifenden Fragen. Manche Menschen haben jahrelang etwas aufgebaut und wollen das nicht einfach loslassen. Die VA versucht, diese Menschen zu überzeugen, dass ein einziger Verband auch für sie gut sein wird, dass auch für sie, mit all ihrer Fachkenntnis und Erfahrung, ein Platz in der neuen Organisation ist. Es ist sehr spannend zu sehen, wie sich das weiter entwickelt. Das Gespräch über die Zukunft lebt enorm im Sektor. Das habe ich auch bei der Durchführung dieser Untersuchung gemerkt.’

Du bist, angesichts deines Themas, genau zum richtigen Zeitpunkt zur VA gekommen?

‘Aus meinem Studium heraus schaue ich darauf, wie Sport organisiert wird, wie mit Rückhalt umgegangen wird und wie Organisationen sich in Zukunft auf moderne Weise gestalten wollen. Jetzt stehe ich mittendrin und sehe, wie sich alle Prozesse vor meinen Augen vollziehen. Das ist ein Vorrecht.’

Der Vorstand der VA hat die Untersuchung von Huijsse gelesen und nimmt die Erkenntnisse in die Diskussionen über die künftige Organisationsform und den Rückhalt dafür mit.

Die Untersuchung (PDF) ist hier nachzulesen.

Foto: Julian Huijsse (links) bei einem seiner Arbeitsbesuche

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