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Spitzensportstandorte für den Kampfsport: der aktuelle Stand

Die Corona-Pandemie behindert den Sport leider auf allen Ebenen. Für Spitzensportler kann jedoch mitunter eine Ausnahme gemacht werden. Die Möglichkeiten sind allerdings begrenzt. Wir haben festgestellt, dass hierüber Unklarheit besteht, und erläutern daher gerne den Sachverhalt.
Als nicht nur Wettkämpfe, sondern auch Trainings von den Corona-Maßnahmen betroffen waren, kam der (Kampf)sport größtenteils zum Stillstand. Die Regierung wollte für Spitzensportler eine Ausnahme machen. Dies betraf jedoch nur Spitzensportler, die großen Sportverbänden angeschlossen waren: olympische Sportarten, die Mitglied des NOC*NSF (niederländischer Dachverband für Sport, Nationales Olympisches Komitee und Nationale Sportföderation) waren. Sie sollten an ausgewiesenen Spitzensportstandorten dennoch „normal“ trainieren dürfen. Pro Sportart sollten ein oder zwei Standorte in den Niederlanden ausgewiesen werden. Die nicht angeschlossenen Sportarten drohten völlig leer auszugehen. Spitzenkampfsportler hätten monatelang nicht mehr mit Kontakt trainieren dürfen.
Die Vechtsportautoriteit hielt dies für äußerst unerwünscht. Die VA begann eine aktive Lobbyarbeit beim Sportdachverband NOC*NSF und beim Ministerium für Gesundheit, Gemeinwohl und Sport (Ministerie van Volksgezondheid, Welzijn en Sport, VWS), um die Bedeutung des Kampfsports zu verdeutlichen. Wir haben darauf gedrängt, auch Kampfsportler in die Spitzensportpolitik einzubeziehen. Dabei haben wir auf die wichtige Position hingewiesen, die die Niederlande in der Kampfsportwelt einnehmen, sowie auf die Bedeutung, das hohe Niveau unserer Sportler zu halten.
Letztlich hat die VA die politischen Entscheidungsträger überzeugt. Der Kampfsport wurde in die Politik zu den Spitzensportstandorten einbezogen. Die Weltspitze konnte sich beim NOC*NSF anmelden. Die vom NOC*NSF verwendete Definition lautete: Sportler in den Top 8 von UFC, Bellator, Glory und OneFC.
Ursprünglich war vorgesehen, dass auch die Kampfsportarten einen oder zwei Spitzensportstandorte in den Niederlanden haben dürften. Erneut begann die VA Lobbyarbeit: Mit einem oder zwei Standorten wäre es für viele Sportler sehr schwierig geworden. Der Kampfsport verfügt nicht über ein nationales Sportzentrum wie Papendal oder Thialf, wie es bei der Leichtathletik und dem Eisschnelllauf der Fall ist. Sollten die Spitzensportler bei einem Konkurrenten trainieren? Erneut gelang es, die politischen Entscheidungsträger zu überzeugen. Der Kampfsport durfte mehr als zwei Standorte beantragen. Dafür setzte das NOC*NSF allerdings eine Frist: 20. Oktober.
Die VA gab am 13. Oktober bekannt, dass Kampfsportschulen, in denen Weltspitzensportler trainieren, einen Antrag stellen konnten. Das NOC*NSF ist für die offizielle Beurteilung und Zuerkennung der Spitzensportstandorte zuständig. Eine Reihe von Sportschulen hat davon Gebrauch gemacht. Ihnen wurde der Status zuerkannt. Dies führte dazu, dass der Kampfsport nach dem Profifußball der Sportsektor mit den meisten Spitzensportstandorten in den Niederlanden wurde. Das NOC*NSF hat inzwischen mitgeteilt, dass angesichts der vielen anerkannten Standorte aus unseren Kampfsportarten (vorläufig) keine neuen Standorte mehr anerkannt werden können.
Die VA freut sich, dass die Lobbyarbeit dazu geführt hat, dass so viele Spitzensportstandorte ausgewiesen wurden. Ohne diesen Einsatz hätten die Spitzensportler jetzt nur ohne Kontakt trainieren können, oder illegal und mit zugezogenen Vorhängen. Dass der Kampfsport doch in die Politik für Spitzensportler einbezogen wurde, ist eine schöne Anerkennung der gesellschaftlichen Bedeutung und Position unserer Sportarten, die so lange in einer Schmuddelecke standen.
Die Spitzensportstandorte dürfen für Kontakttrainings durch die Spitzensportler genutzt werden, für die der Antrag gestellt wurde. Die anerkannten Sportschulen dürfen den Status nicht dazu nutzen, ohne Absprache Sportler aus anderen Sportschulen mittrainieren zu lassen.
Wir vertrauen darauf, dass alle verantwortungsvoll mit der Ausnahmeposition umgehen, die die VA erreichen konnte. Dies ist auch wichtig, um die Goodwill zu erhalten, die wir als Sektor inzwischen beim Sportdachverband und beim Ministerium für Gesundheit, Gemeinwohl und Sport (VWS) aufgebaut haben.