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Notruf der Kampfsportschulen: Lasst uns an der Gesundheit arbeiten!

Frustration und Verzweiflung nehmen im Kampfsportsektor zu. Durch die Corona-Krise steht dem Sektor das Wasser bis zum Hals. Mit der jetzt gebotenen Perspektive, Schließung bis zum 1. September, droht ein Massensterben unter den Kampfsportschulen. Die Vechtsportautoriteit (niederländische Kampfsportaufsicht, VA) und ihre Bündnispartner richten deshalb einen Notruf an die Politik: Lasst uns an der Gesundheit arbeiten!
Von Anfang an setzt sich die Kampfsportwelt einmütig dafür ein, die Bekämpfung von Corona zu unterstützen. Ohne Murren wurden hunderte Veranstaltungen abgesagt. Tausende Sportschulen wurden geschlossen. Der Sektor weiß sehr gut, dass er sich nicht in einer Sonderposition befindet. Viele andere Branchen und Sportarten leiden ebenfalls enorm unter der Situation. Aber gemeinsam kommen wir durch, so lautet das Motto.
Die Regierung bietet in ihrer Pressekonferenz vom 6. Mai vielen Sektoren eine neue Perspektive: Öffnung innerhalb weniger Tage bis Wochen. Sportschulen müssen jedoch bis zum 1. September den Atem anhalten. Das führt zu viel Unverständnis. Dass dreißig Menschen in einer geräumigen Sportschule als riskanter gelten als dreißig Menschen in einer Gaststätte, sorgt für viele verärgerte Reaktionen. Eine Öffnung von Sportschulen unter strengen Bedingungen kann gerade zur Gesundheit und Widerstandskraft der Menschen beitragen. Viele chronisch Kranke brauchen die Sportschule wirklich, um nicht abzubauen.
Koordiniert durch die Vechtsportautoriteit wurden Protokolle erstellt, um Trainings auf verantwortbare Weise wieder aufzunehmen. Dabei bestand durchgehend Kontakt zum Sportdachverband NOC*NSF und zum niederländischen Institut für Gesundheit und Umwelt (RIVM). Es wurden Ideen von Dutzenden Sportschulbetreibern gesammelt. In einer Videokonferenz mit zwölf der angesehensten Sportschulbetreiber hat die VA Regeln aufgestellt. Damit können Kinder und Jugendliche seit vergangener Woche wieder im Freien Sport treiben. Für den Start in den Sportschulen liegt ebenfalls ein Protokoll bereit. Über NOC*NSF setzt sich die VA bei den politischen Entscheidungsträgern für eine verantwortbare Wiedereröffnung ein. Das gestern genannte Datum 1. September frustriert enorm.
Die VA wird deshalb in dieser Woche in einem offenen Brief, gemeinsam mit anderen (Kontakt-)Sportverbänden, einen Notruf an die Politik richten. „Es ist mit großem Widerstreben, dass wir Ihre Aufmerksamkeit erbitten. Sie haben nämlich unglaublich viel und wichtige Arbeit zu leisten, und dessen sind wir uns sehr bewusst. Aber uns steht das Wasser bis zum Hals, und wenn wir jetzt nicht sprechen, ist es vielleicht zu spät.“
Es wird betont, dass die Sportschulen keine Sonderstellung wollen, sondern in die schrittweise Anpassung an die neue Situation einbezogen werden möchten. Das würde vielen von ihnen die Aussicht geben, diese Krise zu überleben. Ohne diese Aussicht wird ein Massensterben unter den Sportschulen befürchtet. Kommerzielle und nicht kommerzielle Sportschulen, aber auch Organisationen, die Sport mit sozialer und gesellschaftlicher Arbeit verbinden, gehen zugrunde, wenn sie noch gut drei Monate lang den Atem anhalten müssen.
„Damit würden wir wichtige Sportinfrastruktur, die über Jahrzehnte aufgebaut wurde, endgültig verlieren. Sportschulen, die Niederländer an die Weltspitze brachten, unserem Land olympische Medaillen und Weltruf verschafften. Die aber auch im Leben von hunderttausenden ‚gewöhnlichen‘ Niederländern eine sehr wichtige Rolle erfüllen. Die ihnen Selbstwertgefühl, Selbstbeherrschung, Entwicklung, Freundschaften fürs Leben und eine bessere Gesundheit geben. Jahrzehnte an Investitionen würden zunichtegemacht, wenn wir in den kommenden Monaten ein Massensterben zulassen.
Weil wir unsere Sportschulen nicht verloren gehen lassen dürfen, will die VA gemeinsam mit anderen Sportverbänden und der Fitnessbranche so schnell wie möglich mit der Regierung an einen Tisch. Besprochen werden muss, wie wir mit Hilfe belastbarer Protokolle auf verantwortbare Weise und in absehbarer Zeit die Türen wieder öffnen können.
„Dann können wir nicht nur dazu beitragen, unzählig viele Niederländer gesund zu halten, sondern uns auch als Sektor wieder aufrichten und neu ordnen, im Geist unserer Sportarten.“
Darüber hinaus ruft die VA das Ministerium für Wirtschaft (Ministerie van Economische Zaken) und das Ministerium für Gesundheit, Gemeinwohl und Sport (Ministerie van Volksgezondheid, Welzijn en Sport) dazu auf, eine neue Unterstützungsrunde für die Sportunternehmer zu organisieren. Diese ist notwendig, um ihnen eine bessere Chance zu geben, diese Krise zu überleben.
Die VA tut alles, was in ihren Möglichkeiten liegt, um die Stimme des Sektors in der Politik in Den Haag hörbar zu machen. Dabei steht sie täglich in engem Kontakt mit Vertretern des Sektors, etwa den Sportverbänden und Sportschulbetreibern, sowie mit dem Sportdachverband NOC*NSF, der die niederländische Sportwelt im Kontakt mit der Regierung vertritt.
