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Niederländische Kampfsportbehörde
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Ein Verband: was bedeutet das für dich?

6 Min. Lesezeit

An einem neuen Verband für den Kampfsport wird intensiv gearbeitet. Aber was bringt er dir als Sportler, Betreiber einer Kampfsportschule, Promotor oder Official? Vor allem Vorteile, so die Erwartung.

Struktur
Künftig gibt es einen Verband für Kickboxen, Thaiboxen und MMA. Es wird einen allgemeinen Vorstand geben, darunter drei Sektionen: Kickboxen, Thaiboxen und Mixed Martial Arts. Diese Sektionen erhalten einen eigenen Vorstand und befassen sich speziell mit ihrer eigenen Sportart. Diese Sektionsvorstände erhalten eine eigene Vertretung im allgemeinen Vorstand. In den Sektionsvorständen werden Personen aus dem Kampfsportsektor sitzen, die die Sportarten also gut kennen.

Der Verband und die Sektionen darin werden von einer Verbandsgeschäftsstelle unterstützt, die die täglichen Aufgaben ausführt.

Die derzeitigen Officials der Konvenantspartner werden Teil dieses neuen Verbandes. Vor allem bei der Begleitung von Veranstaltungen werden sie die Gesichter der neuen Organisation sein. Promotoren können weiterhin mit den Officials arbeiten, mit denen sie immer zusammengearbeitet haben. Die Beauftragung der Officials und die administrative Abwicklung laufen künftig über den Verband.

Achtung! Dies ist eine Skizze der beabsichtigten Organisation, sie steht noch nicht fest. Einzelne Elemente werden noch geändert, auch weil der Verband selbst über die genaue Ausgestaltung entscheidet.

Wahlfreiheit
Die derzeitigen Officialteams sollen in ihrer jetzigen Zusammensetzung weiterarbeiten können, wenn sie das wünschen. Officials, die lieber in wechselnder Zusammensetzung arbeiten, können dies ebenfalls angeben. Promotoren, die gerne mit einem bestimmten Officialteam arbeiten, können auch künftig mit den Officials ihrer Wahl arbeiten, sofern diese verfügbar sind. Sowohl für Officials als auch für Promotoren wird die Wahlfreiheit maximal sein, gegenüber der jetzigen Situation ändert sich also nicht viel.

Endlich eine Versicherung für Officials, Ringärzte und Sportler
Derzeit ist rund um die Haftung von Officials und Ringärzten wenig bis nichts geregelt. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es zu einem schweren Unfall im Ring kommt, bei dem ein Official oder Ringarzt haftbar gemacht wird, weil er oder sie nicht richtig eingegriffen haben soll. Wenn die Haftung schlecht geregelt ist, kann das lebenslange Folgen haben. Dies zu verhindern hat höchste Priorität. Wenn es einen Verband gibt, kann eine kollektive Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden. Neben dieser Versicherung ist eine sekundäre Krankenversicherung für Sportler möglich. Wenn ein Sportler dann zum Beispiel bei einer Rehabilitation über die eigene Versicherung nicht genügend Behandlungen abgedeckt hat, kann darauf zurückgegriffen werden.

Regelwerke
In den vergangenen Jahrzehnten haben Dutzende Kampfsportorganisationen und Promotionen ihre eigenen Regelwerke aufgestellt. Der Klarheit hat das nicht gedient. Sowohl Sportler als auch Zuschauer wussten zu oft nicht, welche Regeln genau gelten. Der neue Verband erhält eine Schiedskommission aus Officials, die pro Disziplin (Kickboxen, Thaiboxen und MMA) Regeln für Amateure und für Profis festlegt. Bei den Profis bleiben maßgeschneiderte Absprachen möglich. Indem die Entscheidungsbefugnis bei einem starken Gremium von Officials liegt, verhindern wir, dass Officialteams von Promotoren gegeneinander ausgespielt werden, um zum Beispiel Kosten zu drücken oder bestimmte Regeln anzuwenden. Der Verband wird außerdem für alle Officials Wissenstage organisieren. Dort kann sich jeder unabhängig von der eigenen Herkunft innerhalb des Sektors treffen und Erfahrungen austauschen.

Mehr Unterstützung für Sportler
Die Anerkennung durch NOC*NSF hat für viele Sportler Vorteile. Wie bei jeder anderen Sportart kann nun auch für den Kampfsport ein nationales Programm aufgesetzt werden, um Spitzentalente zu unterstützen. Der Spitzensportstatus bedeutet, dass es mehr Möglichkeiten gibt, Kosten abzufedern und eine Ausbildung mit einem Wettkampfprogramm zu kombinieren. Aber auch Unterstützung durch Ernährungsfachkräfte und spezialisiertes Krafttraining. Es kann Unterstützung für die Teilnahme an internationalen Turnieren geben. Die Auswahl für internationale Turniere kann besser auf sportlichen Qualitäten beruhen und weniger davon abhängen, wen man kennt und was man selbst bezahlen kann. Dafür kann zum ersten Mal auch ein echtes landesweites Ranking erstellt werden, mit Hilfe des Fightpassport-Systems (digitales Sportlerpass- und Registrierungssystem). Außerdem wird es zum ersten Mal eine landesweite Politik geben, um den Kampfsport als Breitensport zu fördern und zugänglicher zu machen. Auch der Anschluss an den Schulsport wird aktiv gesucht. Zudem wird es Unterstützung für die Entwicklung des Behindertensports in unserem Sektor geben.

Bezahlbarkeit
Ein wichtiges Ziel des Verbandes ist es, den Sport so zugänglich wie möglich zu machen. Als junger Sportler, der an Veranstaltungen verschiedener Verbände teilnimmt, die mit Wettkampfbüchlein in Papierform arbeiten, ist man schnell mindestens etwa 50 bis 60 Euro pro Jahr los. Der Beitrag für eine Mitgliedschaft im neuen Verband wird niedriger sein, und das ist dann der einzige Verband, den du bezahlen musst. Dabei erhältst du als Mitglied viele Vorteile, die du jetzt nicht hast, wie eine Versicherung, einen Platz im Ranking, Rabatt auf (Kampfsport-)Produkte von Partnern des Verbandes, alle Informationen über die kommenden Veranstaltungen in den Niederlanden und noch viel mehr.

Mehr Spielraum für Promotoren
Die Anerkennung durch NOC*NSF stärkt die Glaubwürdigkeit des Kampfsports und das Vertrauen in ihn. Das bedeutet, dass Gemeinden weniger zurückhaltend sein werden, wenn jemand eine Veranstaltung organisieren will. Bei vielen Gemeinden ist der Anschluss an NOC*NSF Voraussetzung, um für die sogenannten gesellschaftlichen Tarife für die Miete von Sportanlagen in Betracht zu kommen. Die Hallenmiete kann dadurch für den Breitensport günstiger werden. Und die kommerziellen Promotoren werden merken, dass eine anerkannte Sportart auch für größere Sponsoren und für mehr Medien attraktiver ist.

Betreiber von Kampfsportschulen
Wenn du als Kampfsportschule mit deinen Schützlingen an Wettkämpfen teilnehmen und einen Überblick über das vollständige Veranstaltungsangebot haben willst, musst du derzeit eigentlich mit allen neun Konvenantspartnern in Kontakt bleiben, die Veranstaltungen begleiten. Künftig hast du einen Verband, bei dem alle Veranstaltungen zusammengeführt werden. Du hast also sofort den vollständigen Überblick. Alle arbeiten mit denselben Regeln, unter denselben Bedingungen, mit einem landesweiten Ranking. Deine Spitzentalente erhalten mehr Unterstützung. Möchtest du auch Kampfsport für Menschen mit einer Behinderung anbieten? Auch dafür kommt Unterstützung. Außerdem wird ein Verband, in dem der gesamte Kampfsport vereint ist, gegenüber der Politik eine viel stärkere Position haben. So können die Interessen von Sportunternehmern besser vertreten werden. Zum Beispiel, wenn über den Ausgleich steigender Energiekosten gesprochen wird, oder rund um etwas wie eine Corona-Krise. Auch wird ein Teil der Sportschulen für gesellschaftliche Miettarife von Gemeinden in Betracht kommen, die ein Teil der Gemeinden für Sportarten anwendet, die bei NOC*NSF angeschlossen sind. Schon heute arbeiten viele Sportschulen mit Gemeinden und Bildungseinrichtungen in gesellschaftlichen Projekten zusammen. Von einem Verband aus kann dabei mehr Unterstützung geboten werden und kann dies leichter ausgebaut werden.

Start des neuen Verbandes
Die Erwartung ist, dass die neue Organisation am 1. Januar 2024 gegründet wird. In den kommenden Monaten wird festgelegt, wann der neue Verband in seiner gesamten Breite operativ wird. Promotoren, Matchmaker, Officials, Ringärzte, Betreiber von Kampfsportschulen und Sportler werden rechtzeitig über praktische Änderungen informiert.

Zukunft der VA
Die VA (Nederlandse Vechtsportautoriteit, niederländische Kampfsportaufsicht) bleibt als Aufsichtsbehörde aktiv. Die Verbandsaufgaben, die die VA derzeit erfüllt, weil es noch keinen Verband gibt, werden künftig an den Verband übertragen. Dabei geht es um das Gütesiegel für Kampfsportschulen (Keurmerk Vechtsportautoriteit), den Fightpassport und die Lizenzen für Promotoren und Matchmaker. Eine Reihe von Kommissionen wird ebenfalls auf den neuen Verband übergehen. Dasselbe gilt für den Sportlerrat (Sportersraad), die Disziplinarkommission (tuchtcommissie) und das Thema Doping.

Wenn du Ideen einbringen oder Fragen stellen möchtest, kannst du Kontakt aufnehmen mit dem Aufbaubeauftragten (kwartiermaker) des Verbandes, Jan Willem Landré, über janwillem@jwdv.nl

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