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Studie: Psychische Beschwerden bei Kickboxern erfordern mehr Aufmerksamkeit

2 Min. Lesezeit

Kickboxer, die auf höchstem Niveau Wettkämpfe bestreiten oder bestritten haben, leiden häufig unter psychischen Gesundheitsbeschwerden. Zu diesem Ergebnis kommen Forschende des Amsterdam Universitair Medisch Centrum (Universitätsklinikum Amsterdam). An der Studie beteiligten sich Dutzende Kickboxer der A- und B-Klasse.

Wie häufig treten psychische Gesundheitsbeschwerden bei aktiven und ehemaligen Elite-Kickboxern auf, und besteht ein Zusammenhang zwischen diesen Beschwerden und schweren Verletzungen oder Gehirnerschütterungen? Das war die Forschungsfrage von Sharaisha Bilgoe, Gino Kerkhoffs und Vincent Gouttebarge.

An der Studie nahmen 45 aktive und 29 ehemalige Kickboxer der A- oder B-Klasse teil, den höchsten internationalen Niveaus. Die Daten wurden über einen anonymen digitalen Fragebogen erhoben, der auf Niederländisch und Englisch verfügbar war. Die Nederlandse Vechtsportautoriteit (niederländische Kampfsportaufsichtsbehörde) hat die Forschenden praktisch unterstützt, weil die VA die Bedeutung solcher Studien anerkennt.

Zur Messung psychischer Gesundheitsbeschwerden arbeiteten die Forschenden mit international anerkannten Fragebögen. In wissenschaftlicher Sprache: Sie verwendeten validierte Screening-Instrumente aus dem International Olympic Committee Sport Mental Health Assessment Tool 1 (SMHAT-1).

Die Sportler füllten Fragebögen zu psychischem Stress, Angst, Depression, Schlafstörungen, Alkohol- und Drogenkonsum sowie möglichen Essstörungen aus. Darüber hinaus wurden Informationen zu schweren Verletzungen und Gehirnerschütterungen erhoben.

Ergebnisse

Die Ergebnisse zeigen, dass psychische Gesundheitsbeschwerden bei Wettkampf-Kickboxern auf Spitzenniveau häufig vorkommen. Bei den aktiven Elite-Kickboxern leidet mehr als die Hälfte unter psychischem Stress und gestörtem Essverhalten. Knapp einer von fünf hat Schlafstörungen. Einer von sechs Wettkampfsportlern hat Probleme mit Alkoholmissbrauch. Außerdem wurden Angstbeschwerden, Depressionen und Drogenkonsum gemeldet.

Von den ehemaligen Elite-Kickboxern geben mehr als vier von zehn an, Probleme mit Alkoholmissbrauch zu haben. Mehr als einer von drei leidet unter Schlafstörungen, und ein Viertel erlebt auch nach der Wettkampfkarriere psychischen Stress. Ein ebenso großer Anteil hat auch nach dem Ende der Wettkampflaufbahn Probleme mit gestörtem Essverhalten.

Schlussfolgerungen

Die Forschenden schließen daraus, dass psychische Gesundheitsprobleme bei Elite-Kickboxern häufig vorhanden sind. Auffällig sind vor allem das hohe Maß an psychischem Stress und gestörtem Essverhalten bei aktiven Sportlern sowie der häufige Alkoholkonsum bei ehemaligen Wettkampfsportlern. Zusammenhänge zwischen psychischen Gesundheitsbeschwerden und schweren Verletzungen oder Gehirnerschütterungen wurden jedoch nicht gefunden. Das ist bemerkenswert, da solche Zusammenhänge in anderen Sportarten bereits festgestellt wurden. Die Forschenden vermuten, dass dies möglicherweise mit der Art der Beschwerden, kulturellen Faktoren innerhalb der Kampfsportarten und dem begrenzten Umfang der Studie zu erklären ist.

Die Autoren betonen die Notwendigkeit, der psychischen Gesundheit innerhalb der Kickboxwelt mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Sie empfehlen den strukturellen Einsatz von Sportärzten und Psychologen, eine bessere Aufklärung über Gehirnerschütterungen und den Abbau von Stigmatisierung rund um psychische Probleme. Außerdem betonen sie die Bedeutung von Folgestudien, möglichst mit mehr Teilnehmenden.

Die Nederlandse Vechtsportautoriteit ermutigt (ehemalige) Sportler, die für solche Studien angesprochen werden, daran teilzunehmen. Es ist insbesondere im Interesse junger Sportler, dass wir mehr Einblick in mögliche Probleme erhalten, damit wir gezielt an deren Vorbeugung arbeiten können.

A preliminary study on the prevalence of mental health symptoms in current and former elite kickboxers and their possible association with severe musculoskeletal injuries and concussions

Bild: Nemesia Production

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